Sie sind hier: Startseite » Mme Dumont » Darin

Darin

"... Seitdem bin ich hier. Ja, 1958. Aber das Geschäft existiert schon 33 Jahre. Von 48 existiert das Geschäft, hat mein Mann das schon vollständig eingerichtet. Zu 'nem Weinsalon hat er das ..., hauptsächlich Wein, Weine wurden hier verkauft, noch und noch. Die feinsten Weine, die es überhaupt gab. Es war ja kein Weinlokal richtig mehr in Aachen. Und da kamen die alten Herren noch, die sind alle auch ausgestorben, nicht. Und die wußten, daß mein Mann ein guter Weinkenner war. Und wer nicht im Karlshaus war, der ..., im Weinsalon, ... und bildete auch die Lehrlinge aus, nicht. Der war Meister, der durfte das alles, nicht. Und war auch Einkäufer, war der.

... Ja, das war ne Knitterkonzession. Ja, ich durfte nur Fritten verkaufen und Alkoholfrei. Und da hieß es, ich soll nach drei Monaten kommen, daß auch den Wein er könnte verkaufen, nicht. Hatte doch so’n Schreiberling gesagt, in der Wirte-Innung, der soll sich doch den Wrack wieder anziehen. Und da sagte nun ein anderer, sagte, so und so ist’s gesagt worden. Mein Mann direkt sich aus der Wirte-Innung getan. Da war doch der Freund, der sagte nachher, wie kann man nur die Bewilligung nach drei Monaten, daß er Wein und Sekt dürfte verkaufen. Das soll er nach drei Monaten wieder einreichen, da bekäme er denn Schnaps, da bekäme er Vollkonzession. Denn da waren zwei Lokale, da an dem Ecken. Und in diesen ..., es war nun ..., eine gewisse Distanz mußte bleiben für Lokale aufzumachen. Aber die zwei bestanden doch schon. Das ???? steht ja unter Denkmalschutz, nicht. Und wie das andere ist, das glaube ich nicht, aber das hat immer schon da gestanden. Und da bekam er denn nun die Vollkonzession. Und da waren wir Mädchen, und wie nun runter kam, da hab ich gesagt: So, die Frauleute direkt alle raus. Alle raus. Sonst fahr ich wieder direkt zur Schweiz. Und nun war das schon bitter, nicht. Die waren nun gewöhnt an die Frauleute, da saßen die da und tranken mit, und nachher waren die so besoffen, ich hab es ja die erste Zeit mitgemacht, die waren dann so besoffen. Und wenn denn nun ein Gast kam, der was verzehrte, dann waren se nicht mehr da. Dann schliefen se am Tisch ein. Da hab ich gesagt raus. Raus mit denen. Und dann er das denn getan. Da hat er denn nun nachher ..., sag ich: ist ja wohl bitter, es ist keine Einnahmen mehr vorne. Das ist egal, sag ich, wenn keine Einnahmen mehr sind, aber was wir haben, ein nettes, ruhiges Geschäft auch. Und das hat sich so zu .... Sag ich, ich will hier Küche, ich will hier Essen haben. Und das hat sich gemacht. Das hat sich prima gemacht. Sag er, das seh ich nicht zur Gerti (?), da hattest du doch Recht. Hinten der Salon gehörte zu. Es war doch eigentlich ein Weinsalon. Ja, wo ich schlafe da. Der war größer wohl. Der war fast nicht ganz so groß wie hier, aber waren auf alle Fälle doch sechs Tische drin. Doch sechs Tische dadrin.

Drei Mädchen waren hier, und eine ..., jede Woche musste gewechselt werden. Die hatten 'nen Weinsalon, dann ???? den Weinsalon, und der hier wurde geteilt für die Mädchen, nicht. Musste denken, die Studenten, nicht. Ein Rausschmeißer, 1,80 Mark haben wir angefangen mit, und ich bin immer höher gegangen, immer höher gegangen, immer höher gegangen. Das war ne Scheibe Brot mit Butter drauf. Da kam ne schöne Scheibe Schinken und darauf ein Spiegelei. Und an der Seite war ein Happen mit Ölsardine, da war ein Happen mit Lachs. Und dann wurde das schön garniert mit Gurken und Tomaten, und dann kam an den Seiten ein Haufen Fritten Das war ein schöner Teller, und das für 1,80 Mark."

Audio,Textscript + Fotos © Ralf Walraff / Mme Dumont