Sie sind hier: Startseite » Rückblick » Scetches of sound

Scetches of sound

Malerei und Musik sind Schwesterkünste, sagt man. Keine Zwillinge, die unterschiedslos einander ersetzen könnten. Sich aber doch so nah, dass man die eine in der anderen zu erkennen glaubt; dass sich ein Rhythmus von Linien und Flächen, Farben und Bewegungen auf einem Bild zu einem Rhythmus aus Tönen, stakkatohaft oder Klängen, harmonisch in unserem Kopf verwandelt, oder sich die lieblichen Töne der Musik wie „Lautmalerei“ tatsächlich sehen lassen. Die familiären Bindungen zwischen der Malerei und der Musik scheinen dann am deutlichsten, wenn sie auf Atmosphären beruhen, wenn es Eindrücke und Vorstellungen sind. Schwieriger wird es, wenn das Motiv der Malerei selbst ein „musikalisches“ ist. Dann verfällt die Beziehung oft zur Pose, wirkt gewollt und konstruiert. Ralf Walraffs Musikbilder, die Bilder von (Jazz)Musikern sind, sind anders.
Ausgehend von Fotoserien, die Walraff auf Konzerten macht, wo er, wie wenige andere Fotografen, ganz dicht an die Protagonisten herangehen darf, entsteht in einem kontemplativen Prozess, also einem verdichtenden, verstärkenden Prozess eine Art szenische Collage. Walraff komponiert praktisch aus seinem fotografischen „Konzertmitschnitt“ ein Bild, das den Musiker in seiner Musik zum Thema hat. ...


Stefan Skowron, Aachen